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Biostadt Hamburg

Am kommenden Wochenende (24. – 26. Februar) findet in der Handelskammer die Messe hamburg.bio statt, anlässlich des Beitritts Hamburgs zum „Netzwerk der Biostädte“. So manch einer hat sich schon (zu Recht) gefragt, wie Hamburg zur „Umwelthauptstadt“ werden konnte (das war 2011) – jetzt auch noch Biostadt? Was geht denn da vor?
Nun ja. Das Netzwerk der Biostädte ist eine aus Italien stammende Idee, dort gibt es mittlerweile 52 teilnehmende Orte (u.a. Rom, Neapel und Turin). Nürnberg war 2006 die erste deutsche „Biostadt“, Hamburg ist die 10. Damit verpflichtet die Stadt sich dazu:

„Den Ökolandbau, die Weiterverarbeitung und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln mit kurzen Transportwegen und regionaler Wertschöpfung zu fördern.
Vorrang für Bio-Lebensmittel bei öffentlichen Einrichtungen, Veranstaltungen und Märkten. Insbesondere bei der Essenversorgung von Kindern und Jugendlichen auf gesunde Bio-Lebensmittel zu setzen.
Über vielfältige Aktionen, Veranstaltungen und Maßnahmen private Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch Betriebskantinen und Cateringunternehmen anzusprechen.
Im Rahmen der Wirtschaftsförderung die Bio-Branche zu vernetzen und Arbeitsplätze in einer Zukunftsbranche zu fördern.
Darauf hinzuwirken, dass sich die staatliche Förderpolitik wesentlich stärker auf die Bio-Branche und entsprechende Kooperationsprojekte fokussiert, und agrar¬politische und wirtschaftspolitische Maßnahmen enger mit den kommunalen Aktivitäten verzahnt werden.“
(https://www.biostaedte.de/ueber-uns/ziele.html)

Als Inhaber eines kleinen Bioladens hat man da natürlich so seine Vorbehalte: werden wir überhaupt wahrgenommen, oder geht das über unsere Köpfe hinweg – Fördermittel für Biosupermärkte, Großflächenwerbung für Discount-Bio, Schulterklopfen für Senator/innen und ganz viel Geld für die Werbebranche… Vielleicht. Aber immerhin: auch wenn man die selbstgesetzten Ziele nicht so wörtlich nehmen darf (es müssen ja noch diverse Lobbies bedient werden), sind sie doch besser als keine Ziele. Darum stelle ich mich am Sonntag auf die hamburg.bio, mit Ute Thode von BIÖRN e.V. (Öko-Regionalvermarktung Norddeutschland) und versuche, die kleinen Bioläden ins öffentliche Bewußtsein (das der Politiker und das der Allgemeinheit) zu bringen. Warum das so wichtig ist und wie es mir dabei ging, folgt dann nächste Woche!

http://biostadt.hamburg/