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Ausflug zum Öko-Melkburen

Am Donnerstag, den 7. Mai gab es den 2. Bioinsel-Ausflug des Jahres: zusammen mit 6 Kunden ging es zum Milchviehbetrieb von Achim Bock in Lutzhorn (bei Elmshorn).

Bei strahlendem Sonnenschein durften wir bei unserer Ankunft gleich einen Strohballengepolsterten Anhänger besteigen und wurden auf die Weide gezogen, um die Milchviehherde auf dem Weg zum Melken zu begleiten – das war schon ein erhebender Anblick! Achim erzählte uns dabei einiges über seinen Hof und die Bewirtschaftung; dann ging es in den Melkstand, wo wir zuschauen durften, wie die Milch aus dem Euter in den Kühltank gesaugt wird. Erinnerte mich stark an meine Lehrzeit 1989…
Anschliessend gingen wir in Achims geräumige Küche (wie das so ist auf einem Bauernhof) und machten uns über das Abendbrot her: Vollmilchjoghurt von den Öko-Melkburen, Brot vom Hof Wörme und regionaler Käse! Dabei hatten wir Gelegenheit zu einem regen Austausch, der die Zeit wie im Fluge vergehen ließ – plötzlich war es schon 21 Uhr!
Wir waren uns einig – das war ein sehr interessanter und kurzweiliger Ausflug, und wir freuen uns auf den Nächsten. Vielen Dank, Achim!

Achim ist seit 2002 Bioland-Mitglied (damals haben wir uns kennengelernt – bei den monatlichen Bioland-Regionalgruppentreffen)  und bewirtschaftet den Hof mit wenigen Helfern alleine. Auf 150 ha hält er ca. 50 Milchkühe und baut den Großteil des Futters (Rauhfutter = Silage und Heu, Kraftfutter = Getreide) selbst an. Seine Tiere haben ganzjährig Zugang ins Freie; seit Anfang Mai weiden sie ganztags auf dem hofnahen Grünland und müssen zum Melken (morgens und abends) in den Stall getrieben werden. Seit diesem Frühjahr lässt er seine Kälber länger bei den Müttern laufen: statt sie, wie üblich, nach einer Woche zu trennen und mit Milchaustauscher aufzuziehen, lässt Achim sie jetzt 3 Monate zusammen weiden. Dadurch wird der Trennungsschmerz kleiner (3 Monate alte Kälber können ganz schön anstrengend sein!) und die Kälber bleiben gesünder, weil die Immunisierung durch die Muttermilch nicht frühzeitig unterbrochen wird. Allerdings trinken die Kälber auch mehr: wenn sie nur zweimal täglich gefüttert werden, schaffen sie einfach nicht so viel weg (mit den Müttern auf der Weide trinken sie etwa alle 2 Stunden). Entsprechend weniger Milch geben die Kühe…

Ein weiteres bemerkenswertes Detail: Achim bemüht sich, seine Herde auf Hornlosigkeit zu züchten. Üblicherweise werden den Kälbern die Hornansätze schon sehr früh weggeätzt oder weggebrannt, ein durchaus schmerzhaftes Verfahren. Behornte Kühe verletzen sich jedoch häufig, besonders wenn Streit um Futterplätze entsteht, also im Stall.  Hier hilft wohl nur ein deutlich größerer Stall, der viel Geld kostet, oder hornlose Kühe…